Hagenmüllergasse

Was braucht die Liebe?

Hagenmüllervorlesung am Dienstag, 18.12.18, 12.00.

Dr. Georg Fraberger
Klinischer und Gesundheitspsychologe, MedUni Wien

„Was braucht die Liebe?“ Diese Frage stellte der Klinische und Gesundheitspsychologe Herr Dr. Georg Fraberger am 18. Dezember in einer sehr bewegenden Hagenmüller-Vorlesung. Gerade in der Vorweihnachtszeit scheint diese Frage besonders relevant, in dieser stressigen Zeit, wo es doch eigentlich ganz besonders um die Liebe gehen sollte. Eindrucksvoll schilderte er, wie wir die Liebe in allen kleinen Dingen des Lebens finden können, und er wies darauf hin, dass wir auf der Suche nach der Liebe nicht zu weit in die Ferne blicken sollten – ganz im Gegenteil, wir tragen sie in uns, in unserem tiefsten Inneren, und auch nur dort können wir sie finden.

Das mag vielleicht einfach klingen, doch das ist es leider nicht immer, da wir uns viel zu oft von irrelevanten Kleinigkeiten irritieren und entmutigen lassen. Da kann eine etwas zu klein geratene zweite Zehe, eine minimal krumme Nase oder ein anderes Detail schnell einmal zum Grund werden, warum wir uns schämen und uns das Leben vermiesen. Und dann scheint der Weg zur Liebe und zum Glücklichsein schnell einmal unauffindbar.

Gesprochen von Hrn. Dr. Georg Fraberger klingen diese Botschaften umso eindrucksvoller, da er selbst ohne Arme und Beine geboren ist. Davon scheint er sich jedoch nicht im Geringsten verunsichern zu lassen, ganz im Gegenteil, seine Lebensfreude und -kraft erfüllten den gesamten Festsaal des GRg3. Und sein Leben mit fünf Kindern und einer erfolgreichen Karriere als Psychologe, Autor und Motivationsredner lässt darauf schließen, dass seine starke körperliche Behinderung ein kleineres Hindernis für ihn darstellt als eine ästhetisch nicht ganz perfekte zweite Zehe für so manche anderen Menschen.

All dies können wir als wertvollen Denkanstoß ins Jahr 2019 mitnehmen und uns im Schulalltag immer wieder einmal bewusst machen. Wir danken Herrn Dr. Fraberger ganz herzlich für sein Kommen und wünschen in diesem Sinne allen ein frohes neues Jahr und ein LIEBEvolles Miteinander.

Eva Steinhauser-Talbot & Colleen Österreicher