Hagenmüllergasse

„Die Welt der Dinge“

Sumangali  

– was übersetzt soviel bedeutet wie „glückliche Braut“ ist ein vorwiegend in der indischen Textilindustrie angewandtes System, das Versklavung und Kinderarbeit befördert.  Eltern geben ihre Töchter in die Obhut von Textilfabriken, um ihre zumeist armen Familien finanziell zu unterstützen, und auch um ihre eigene Mitgift zu verdienen. Die Arbeitsverträge werden über 3 Jahre abgeschlossen, in welchen die Mädchen unter schrecklichen Lebensbedingungen wie Gefangene gehalten und ausgebeutet werden.

Suizidversuche, bei denen die Mädchen sich mit Hilfe von Pestiziden oder Benzin das Leben zu nehmen versuchen sind an der Tagesordnung. 

In der Regel bekommen sie monatlich nur ein Taschengeld. Wird der Bonus von 500 bis 800 Euro nach Ablauf des Vertrags überhaupt ausgezahlt, wandert er direkt in die Taschen der Familie des Bräutigams.
Die 4. Klasse hat sich auf eine sehr „hautnahe“ Art mit diesem Thema beschäftigt: Für zwei Stunden hat sich der Textile Werksaal in eine indische Textilfabrik verwandelt. Die Schüler*innen der 4. Klassen nähten in einem geteilten Arbeitsprozess Taschen, die nun im Chemieunterricht verwendet werden.

Einsatz im Chemieunterricht

Die von der 4. Klasse genähten Taschen kamen kurz darauf im Chemieunterricht zum Einsatz. Dabei erlebten die Schüler*innen hautnah, mit welchen Schwierigkeiten man beim Forschen konfrontiert ist, wenn man Dinge ordnen soll, welche man aber nicht sieht.

Wie lief das ab? Die Schüler*innen bekamen die Taschen, deren Inhalt sie nur durch Abtasten mit der Hand erforschen sollten. Durch verbales Beschreiben und Vergleichen der unterschiedlichen Inhalte sollte in jeder Gruppe ein System gefunden werden, nach welchem man die einzelnen Elemente nach bestimmten Ordnungskriterien benennen und ordnen könnte.

Eine der schwierigsten Herausforderungen für die Schüler war, den Inhalt ihrer Tasche so zu kommunizieren, dass auch eine andere Person nachvollziehen konnte, was sie selbst „begriffen“ hat.

Diese Unterrichtseinheit war nur durch das Projekt der 4. Klasse möglich – vielen Dank für die Anfertigung der Taschen. Sie werden sicherlich noch öfters im Chemieunterricht zum Einsatz kommen.